Teilkonferenz Stadt- und Regionalentwicklung und Planung
Termin: 11. November: 9:00 – 13:00 Uhr
Ort: Lagarde1, Nathan-R.-Preston-Straße 1, Bamberg
Leitung: Prof. Mario Trvtkovic – Professur für Städtebau und Entwerfen Hochschule Coburg
Die Raumentwicklung steht vor einem Wendepunkt, vergleichbar mit der Industrialisierung und Urbanisierung des 19. Jahrhunderts. Klimakrise, Extremwetter, Artensterben und Pandemien zwingen uns, den Kurs zu ändern: weg von reinem Wachstums-, ressourcenintensiven und expansiven Raumentwicklung, hin zu ressourcenschonenden integrierten Mehrfachnutzungen. Gleichzeitig müssen wir die Trennung von Stadt- und Regionalplanung überwinden.
Wachsende Flächenkonkurrenz und tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen – etwa durch die Klimakrise, den demografischen Wandel, Migration, neue Lebensstile und Werte – erfordern einen neuen Gesellschaftsvertrag, der Stadt und Land verbindet. Siedlungs- und Außenbereiche sind eng verflochten: Sie sichern Versorgung, Märkte, Nahrung, Luftaustausch, Wasser und Energie. Eine verantwortungsvolle Stadt- und Regionalentwicklung muss dabei die planetaren Grenzen respektieren, besonders beim Flächenverbrauch, den CO2-Emissionen, der Belastung von Lebensräumen und der Wassernutzung. Jede Überschreitung verschärft Krisen und belastet künftige Generationen. Für die Region Oberfranken bedeutet das: die Raumentwicklung muss verbindlich mit dem Klima und Biodiversitätsfragen verknüpft werden, statt mehr Wettbewerb braucht es mehr Allianzen und Kooperationen. Hierbei muss die Oberfränkische (Kultur)-Landschaft die Basis der Raumentwicklung werden. Zudem braucht es klare Ziele für die Raumordnung, etwa zur Reduzierung des Flächenverbrauchs auf „Netto Null“.
Eine zukunftsfähige Regionalentwicklung verlangt eine positive Vision: Wie sichern wir ein modernes, gemeinschaftliches Leben im Einklang mit den planetaren Grenzen? Welche Lebensstile, Technologien und Alltagspraktiken ermöglichen eine nachhaltige Nutzung begrenzter Ressourcen? Hierzu sind alle Maßstäbe – Quartier, Dorf/Stadt/Kommune, funktional zusammenhängende Räume – mitzudenken und wirken aufeinander. Solche Veränderungen erfordern tiefgreifende Umbrüche, die Unsicherheiten mit sich bringen. Doch positive Leitbilder können Orientierung geben: Sie zeigen, wie ein zukunftsfähiges Oberfranken aussehen kann – dekarbonisiert, klimapositiv, mit artenreichen Kulturlandschaften, regionalen Wirtschaftskreisläufen, Gemeinwohlorientierung, sozialer Sicherheit und Gesundheit.
In der TK werden die Handlungsmöglichkeiten der Akteure aus Stadt- und Regionalentwicklung und Planung auf lokaler bis regionaler Ebene dargestellt und die Praxis kritisch reflektiert. Neben übergeordneten Zielsetzungen einer nachhaltigen räumlichen Transformation werden auch konkrete gelungene Beispiele im Bestandsquartieren auf Konversionsflächen und Einfamilenhausgebieten gezeigt. Zudem sollen Handlungsempfehlungen für die drei räumlichen Ebenen: Region, Stadt, Quartier gemeinsam erarbeitet werden.
Moderation: Prof. Dr. Mario Tvrtkovic, HS Coburg
Einführung: Prof. Dr. Manfred Miosga, Universität Bayreuth
Impulse:
- Multiple Krisen als Herausforderung für die Planung in Stadt und Region – Ansatzpunkte für Lösungen (Prof. Dr. Manfred Miosga, Universität Bayreuth)
- Neue Mehrfachnutzung durch Konversion im Bestand – Mainleus: Wohnen unter Sheddächern (Prof. Hans-Peter Hebensperger-Hüther, H2R Architekten/Stadtplaner, München)
- Wohnraumaktivierung in Einfamilienhausquartieren: eine typologische Perspektive (Prof. M.Sc. Julia Siedle, HS Biberach)
- Entwicklung in Quartieren und Konversionsflächen Stadt Bamberg, N.N. (Angefragt)
nach der anschließenden Kaffeepause wird im Worldcafé zu Handlungsansätzen in Oberfranken diskutiert u.a. mit Joachim Block (Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken). Prof. Dr. Mario Trvtkovic (Hochschule Coburg) wird die Abschlussrunden und den Ausblick der Veranstaltung moderieren.
In Kooperation mit
